Eine Auslandskrankenversicherung für Österreich halten viele für überflüssig, schließlich ist das Nachbarland Teil der EU und die Europäische Krankenversicherungskarte gilt dort. Das stimmt im staatlichen System, doch der österreichische Urlaub spielt sich oft am Berg ab - und genau dort lauert das größte Kostenrisiko: die Bergung, im Winter wie im Sommer. In diesem Ratgeber lesen Sie, was die EHIC in Österreich leistet, warum eine Hubschrauberbergung zur teuren Lücke wird, welche Risiken beim Skifahren, Wandern und auf Klettersteigen typisch sind und was die Auslandskrankenversicherung der TravelSecure übernimmt.
Österreich ist EU - die EHIC gilt im staatlichen System
Österreich gehört zur Europäischen Union. Die EHIC auf der Rückseite Ihrer gesetzlichen Versichertenkarte gilt deshalb im staatlichen österreichischen Gesundheitssystem. Sie werden dort grundsätzlich wie ein gesetzlich versicherter Österreicher behandelt, zu den vor Ort geltenden Konditionen. Die räumliche Nähe verleitet dazu, das Thema Krankenschutz gar nicht erst zu durchdenken.
Doch die EHIC hat auch beim Nachbarn klare Grenzen. Sie gilt nur im staatlichen System, nicht in privaten Praxen und Kliniken. Sie übernimmt Zuzahlungen nach österreichischem Recht nicht, und sie zahlt keinen Rücktransport nach Deutschland. Vor allem aber deckt sie die Bergung im Gebirge nicht ab. Was die Karte genau leistet und wo sie aufhört, erklärt der Beitrag EHIC: Was die Europäische Krankenversicherungskarte abdeckt.
Das Kernrisiko: die Bergung am Berg
Der entscheidende Punkt in Österreich ist die Bergung. Wer auf der Piste schwer stürzt, beim Wandern abseits des Weges in Not gerät oder auf einem Klettersteig verunglückt, muss oft aus unwegsamem Gelände geborgen werden - nicht selten per Hubschrauber. Ein solcher Einsatz ist aufwändig und kann hohe Kosten verursachen.
Diese Bergungskosten zählen nicht zu den Leistungen der EHIC, und auch die gesetzliche Krankenkasse leistet hier grundsätzlich nicht. Ohne private Absicherung bleibt die Rechnung für einen Hubschraubereinsatz an Ihnen hängen. Genau hier setzt die Auslandskrankenversicherung an, die Bergungskosten übernimmt.
Nicht nur im Winter - auch im Sommer
Die Bergung ist kein reines Wintersport-Thema. Auch im Sommer verunglücken Wanderer und Bergsteiger:
- Wandern. Ein umgeknickter Knöchel, ein Sturz auf nassem Fels oder ein Kreislaufkollaps in der Höhe kann eine Bergung erfordern.
- Klettersteige. Die in den Alpen beliebten Via-ferrata-Routen führen durch ausgesetztes Gelände. Ein Zwischenfall hier ist ohne Hubschrauber kaum zu lösen.
- Hochtouren. In hochalpinem Gelände steigen das Risiko und der Aufwand einer Rettung weiter.
Wer im Gebirge unterwegs ist, sollte das Thema Bergung also unabhängig von der Jahreszeit ernst nehmen. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Versicherung für Bergtour und Wandern.
Skiunfälle: das klassische Winterrisiko
Im Winter ist Österreich eines der beliebtesten Skiziele überhaupt. Auf den Pisten von Tirol, Salzburg oder Vorarlberg passieren täglich Unfälle: Stürze bei hohem Tempo, Kollisionen, Verletzungen abseits präparierter Pisten. Neben der Bergung folgt häufig eine stationäre Behandlung mit Operation, etwa bei Knie- oder Schulterverletzungen.
Wichtig: Wintersport kann je nach Tarif als Risikosport gelten, für den ein Zusatzbaustein nötig ist. Klären Sie vor der Reise, wie Ihr Tarif das Skifahren einordnet, damit der Schutz im Ernstfall trägt.
Der zweite Posten: der Rücktransport
Nach der Bergung folgt im Ernstfall der Rücktransport nach Deutschland, falls die Heimreise mit dem eigenen Auto oder einem Linienverkehrsmittel medizinisch nicht möglich ist. Auch wenn Österreich nah liegt, kann ein Transport mit ärztlicher Begleitung nötig und teuer sein. Die EHIC und die gesetzliche Kasse zahlen ihn nicht.
Ein Rücktransport wird nur eingeleitet, wenn er medizinisch vertretbar ist. Zeitpunkt und Art legt der Versicherer gemeinsam mit den Ärzten fest. Wie Sie sich im Krankheitsfall am Urlaubsort verhalten, lesen Sie in der Checkliste für Krankheit im Ausland.
Was die Auslandskrankenversicherung der TravelSecure übernimmt
Die Auslandskrankenversicherung der TravelSecure ist auf genau die Risiken zugeschnitten, die ein Bergurlaub in Österreich mit sich bringt. Der Tarif übernimmt unter anderem:
- Bergungskosten, etwa nach einem Unfall auf der Piste oder am Berg.
- Ambulante und stationäre Heilbehandlung im Ausland, einschließlich notwendiger Operationen, auch in privaten Einrichtungen.
- Den medizinisch notwendigen Rücktransport an den Heimatort, bei Notwendigkeit per Ambulanzflug.
- Schmerzstillende Zahnbehandlung sowie verschreibungspflichtige Medikamente, im Todesfall die Überführung nach Deutschland.
Eine akute, unvorhersehbare Verschlechterung einer bestehenden Erkrankung ist grundsätzlich ebenfalls gedeckt, bei Reiseantritt bereits behandlungsbedürftige Erkrankungen sind ausgeschlossen. Viele Tarife kommen ohne Selbstbehalt aus. Für Wintersport, Klettersteige oder Hochtouren kann ein Zusatzbaustein nötig sein. Die maßgeblichen Summen und Bedingungen finden Sie auf der Produktseite zur Auslandskrankenversicherung.
Gegenüberstellung für Österreich: EHIC und private Absicherung
| Leistung in Österreich | EHIC / gesetzliche Kasse | Auslandskrankenversicherung |
|---|---|---|
| Behandlung im staatlichen System | ja, zu österreichischen Konditionen | ja |
| Hubschrauberbergung am Berg | nein | ja, als Bergungskosten |
| Behandlung in Privatklinik | nein | ja |
| Zuzahlungen nach österreichischem Recht | nein | grundsätzlich abgedeckt |
| Rücktransport nach Deutschland | nein | ja, wenn medizinisch notwendig |
| Wintersport / Klettersteig | nicht gesondert gedeckt | ggf. mit Zusatzbaustein |
Worauf Sie bei der Buchung achten sollten
Damit der Schutz im Ernstfall trägt, lohnt ein Blick auf einige Punkte:
- Bergung einschließen. Für Österreich ist der Einschluss der Bergungskosten der wichtigste Baustein - sie sind das größte Risiko und über die EHIC nicht gedeckt.
- Wintersport und Bergaktivitäten klären. Prüfen Sie, ob Skifahren, Klettersteige oder Hochtouren eingeschlossen sind oder einen Zusatzbaustein erfordern.
- EHIC ergänzen, nicht ersetzen. Nehmen Sie die Versichertenkarte mit, denn im staatlichen System hilft sie weiter. Den Rest deckt die private Auslandskrankenversicherung.
- Familien und Vielreisende. Reisen Sie zu mehreren oder mehrmals im Jahr in die Alpen, kann ein Familien- oder Jahrestarif passen. Ein Jahrestarif ist günstiger als die Summe vieler Einzelabschlüsse, ein Familientarif günstiger als mehrere Einzelpolicen.
Wer noch unsicher ist, welcher Schutz zur eigenen Reise passt, findet im Tarif-Finder eine Orientierung. Wer seine Reise zusätzlich gegen einen krankheitsbedingten Rücktritt absichern möchte, findet die Details bei der Reiserücktrittsversicherung.
Zusammengefasst
Österreich gehört zur EU, die EHIC gilt im staatlichen Gesundheitssystem - am Berg genügt das aber nicht. Das größte Kostenrisiko ist die Bergung, gerade per Hubschrauber, und die zählt nicht zu den Leistungen der EHIC. Das gilt im Winter beim Skifahren ebenso wie im Sommer beim Wandern, auf Klettersteigen und bei Hochtouren. Hinzu kommen private Behandlung, Zuzahlungen und der Rücktransport, die die gesetzliche Kasse ebenfalls nicht zahlt. Die Auslandskrankenversicherung der TravelSecure übernimmt Bergungskosten, Heilbehandlung, Medikamente und den medizinisch notwendigen Rücktransport. Achten Sie bei der Buchung besonders auf die Bergung und den Wintersport, nehmen Sie die EHIC ergänzend mit und speichern Sie die Notrufnummer des Versicherers vor der Abreise.
Häufige Fragen
- Gilt die EHIC in Österreich?
- Ja. Österreich gehört zur EU, deshalb gilt die Europäische Krankenversicherungskarte im staatlichen österreichischen Gesundheitssystem. Sie verschafft Ihnen eine Grundversorgung zu österreichischen Konditionen. Eine Bergung im Gebirge, private Behandlung, Zuzahlungen und einen Rücktransport nach Deutschland deckt die EHIC jedoch nicht oder nur sehr eingeschränkt ab.
- Zahlt die EHIC eine Hubschrauberbergung am Berg?
- Nein, eine Bergung aus dem Gebirge zählt nicht zu den Leistungen, die über die EHIC gedeckt sind. Gerade ein Hubschraubereinsatz kann hohe Kosten verursachen, die andernfalls bei Ihnen bleiben. Die Auslandskrankenversicherung der TravelSecure übernimmt Bergungskosten und im Anschluss den medizinisch notwendigen Rücktransport.
- Gilt das auch im Sommer beim Wandern?
- Ja. Bergunfälle sind kein reines Winterthema. Auch beim Wandern, auf Klettersteigen oder bei Hochtouren im Sommer kann eine Bergung nötig sein. Das Risiko und die Kostenfrage sind dieselben wie im Skiurlaub. Für manche risikoreichen Bergaktivitäten kann ein Zusatzbaustein nötig sein, prüfen Sie das vor der Reise in den Versicherungsbedingungen.
- Ist Skifahren in Österreich automatisch mitversichert?
- Die Auslandskrankenversicherung übernimmt die Heilbehandlung nach einem Unfall grundsätzlich. Wintersport kann jedoch je nach Tarif als Risikosport gelten, für den ein Zusatzbaustein erforderlich ist. Da Österreich ein klassisches Skiziel ist, sollten Sie vor der Reise klären, wie Ihr Tarif den Wintersport einordnet.
- Sind Vorerkrankungen bei einer Österreich-Reise mitversichert?
- Eine akute, unvorhersehbare Verschlechterung einer bestehenden Erkrankung ist grundsätzlich gedeckt. Erkrankungen, die bei Reiseantritt bereits behandlungsbedürftig sind, sind ausgeschlossen. Die genauen Regelungen stehen in den Versicherungsbedingungen.
