Die USA stehen für viele Deutsche oben auf der Reiseliste, und die Einreise ist mit etwas Vorbereitung kein Problem. Welche Dokumente Sie brauchen, was ESTA leistet, welche Mitnahmeregeln gelten und worauf Sie an der Einreise achten sollten, lesen Sie hier.
ESTA: die elektronische Einreisegenehmigung
Deutschland gehört zum Visa Waiver Program der USA, deutsche Staatsbürger können also visumfrei für Tourismus, Geschäftsreisen oder Transit einreisen. Voraussetzung ist eine gültige ESTA-Bewilligung.
- Online-Antrag auf der offiziellen Seite
esta.cbp.dhs.gov, am besten unmittelbar nach der Flugbuchung, spätestens 72 Stunden vor Abreise. - Die Bearbeitung dauert oft nur Minuten, in seltenen Fällen mehrere Tage.
- Gültig zwei Jahre oder bis zum Ablauf des Reisepasses, was zuerst eintritt.
- Pro Einreise sind bis zu 90 Tage Aufenthalt erlaubt.
- Die aktuelle Gebühr finden Sie ausschließlich auf der offiziellen ESTA-Seite. Vorsicht vor inoffiziellen Vermittler-Websites, die deutlich höhere Beträge verlangen.
Wichtig: ESTA ist kein Visum, sondern eine Reisegenehmigung. Wer länger als 90 Tage bleiben oder zu Studien-, Arbeits- oder Behandlungszwecken einreisen will, benötigt ein klassisches US-Visum (B1/B2, F, J, H und weitere Kategorien).
Reisepass: biometrisch und elektronisch lesbar
Für die visafreie Einreise muss der Reisepass biometrisch und elektronisch lesbar sein. Deutsche Reisepässe erfüllen das standardmäßig.
- Gültigkeit: Aufgrund der besonderen Vereinbarung zwischen Deutschland und den USA muss der Pass nur für die Dauer des geplanten Aufenthalts gültig sein. Der in vielen anderen Ländern verlangte Sechs-Monats-Puffer ist hier nicht nötig.
- Kinder: Jedes Kind, auch Säuglinge, braucht einen eigenen elektronischen Reisepass. Eintragungen in den Pass der Eltern werden nicht akzeptiert.
An der Einreise: Was Sie erwartet
- Immigration: CBP-Beamte fragen nach Zweck und Dauer der Reise, der Adresse vor Ort und ggf. dem Beruf. Antworten Sie ruhig und konkret. Hilfreich sind Rückflugticket, Hotelreservierung und gegebenenfalls eine Einladung griffbereit.
- Customs (Zollkontrolle): Die Zollerklärung wird heute an vielen Flughäfen über APC-Kioske oder die offizielle Mobile-Passport-App erledigt; eine Papierkarte ist seltener notwendig.
- Biometrische Daten: Fingerabdrücke und Foto werden bei der Einreise routinemäßig erfasst.
Mitnahme: Was erlaubt ist und was nicht
- Bargeld über 10.000 US-Dollar (oder Gegenwert in anderen Währungen) muss beim Zoll angegeben werden. Wer das versäumt, riskiert Beschlagnahme und Strafen.
- Frische Lebensmittel (Obst, Fleisch, Milchprodukte) sind streng reguliert und in den meisten Fällen verboten. Auch verpackte Snacks vorsichtshalber deklarieren.
- Medikamente: in Originalverpackung mit Beipackzettel mitführen; bei verschreibungspflichtigen Mitteln ein Rezept oder eine ärztliche Bescheinigung dabeihaben, idealerweise in englischer Sprache. Bei BTM-pflichtigen Mitteln gelten zusätzliche Regeln, die vor Reiseantritt zu prüfen sind.
- Tiere und tierische Erzeugnisse, Pflanzen, Erde und bestimmte Holzprodukte sind eingeschränkt oder verboten.
- Cannabis: in einigen US-Bundesstaaten legal, bleibt nach Bundesrecht verboten. Die Mitnahme über die Grenze ist eine Straftat, unabhängig davon, ob der Zielstaat es erlaubt.
Reisen mit Kindern
Reist ein Kind nur mit einem Elternteil oder gänzlich ohne die Eltern, empfiehlt die US-Grenzbehörde eine schriftliche Einverständniserklärung des oder der anderen Sorgeberechtigten, idealerweise notariell beglaubigt und in Englisch übersetzt. Auch wenn das Dokument nicht in jedem Fall kontrolliert wird, kann das Fehlen zu Rückfragen führen und die Einreise verzögern.
Was Sie versicherungstechnisch vorbereiten sollten
Behandlungskosten in den USA gehören weltweit zu den höchsten, und die gesetzliche Krankenkasse leistet dort nicht. Eine starke Auslandskrankenversicherung mit ausdrücklicher Geltung in USA und Kanada ist daher praktisch unverzichtbar.
Worauf es bei der USA-Police im Detail ankommt, lesen Sie im Ratgeber Reise in die USA: Worauf Sie versicherungstechnisch achten müssen. Für den Ernstfall vor Ort gibt es zusätzlich unsere Checkliste Krankheit im Ausland.
Häufige Fragen
Brauche ich ESTA auch für den Transit durch die USA?
Ja. Auch ein Transit durch einen US-Flughafen erfordert in der Regel ein ESTA oder ein Visum. Die USA bieten keine echte Transitzone wie viele andere Länder.
Wie lange darf ich pro ESTA-Einreise bleiben?
Bis zu 90 Tage. Eine Verlängerung vor Ort ist nicht möglich; wer länger bleiben möchte, braucht das passende Visum.
Muss mein Pass sechs Monate über die Reise hinaus gültig sein?
Für deutsche Staatsbürger nicht. Aufgrund der Vereinbarung mit den USA reicht es, wenn der Pass für die Dauer des Aufenthalts gültig ist.
Was passiert, wenn ESTA verweigert wird?
In diesem Fall müssen Sie ein klassisches US-Visum bei der US-Botschaft oder einem Konsulat beantragen. Planen Sie dafür mehrere Wochen Vorlauf ein.
Darf ich verschreibungspflichtige Medikamente mitnehmen?
Ja, in Originalverpackung und mit Rezept oder ärztlicher Bescheinigung. Bei BTM-pflichtigen Mitteln gelten zusätzliche Regeln, die Sie vorab beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte oder dem Auswärtigen Amt prüfen sollten.
Zusammengefasst
Wer mit deutschem Pass in die USA reist, braucht ein gültiges ESTA, einen biometrischen Reisepass und etwas Vorbereitung bei Mitnahme und Einreise. Die Standardregeln sind unkompliziert; die offiziellen Stellen (Botschaft, esta.cbp.dhs.gov, Auswärtiges Amt) sind die zuverlässige Quelle für tagesaktuelle Details. Versicherungstechnisch ist eine starke Auslandskrankenversicherung mit USA-Geltung der wichtigste Baustein.
