Reiseversicherungen sind ein klassisches Beispiel dafür, wie aus einer einfachen Frage, „Wie kann etwas schiefgehen?", schnell ein unübersichtlicher Markt mit Dutzenden Tarifen und Bausteinen wird. Wer die Entscheidung systematisch angeht, kommt mit zwei oder drei Schutzkomponenten aus und zahlt dafür meist weniger, als eine spontane Komplettpolice kostet.
Drei Fragen, die alles entscheiden
Bevor Sie sich für einen Tarif entscheiden, beantworten Sie diese drei Fragen ehrlich:
- Wie hoch ist das finanzielle Risiko? Stornogebühren sind die größte Position. Eine Pauschalreise für 4.000 Euro bedeutet im Worst Case 4.000 Euro Verlust, die Reiserücktrittsversicherung kostet einen Bruchteil davon.
- Wo verläuft die Reise? Innerhalb der EU greift die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) auf dem gesetzlichen Niveau des Reiselands. Außerhalb der EU besteht für gesetzlich Versicherte in der Regel überhaupt kein Schutz, eine Auslandskrankenversicherung ist dort praktisch unverzichtbar.
- Wie oft verreisen Sie? Ab etwa zwei bis drei Reisen pro Jahr lohnt sich ein Jahrestarif. Wer nur einmal jährlich verreist, fährt mit Einzelabschlüssen meist günstiger.
Die wichtigen drei Bausteine
In den allermeisten Konstellationen genügen drei Schutzkomponenten:
- Reiserücktritt schützt das in der Reise gebundene Geld, bevor Sie überhaupt aufbrechen.
- Auslandskrankenschutz übernimmt Behandlungs- und Rücktransportkosten am Zielort.
- Reiseabbruch ergänzt den Schutz für den Fall, dass eine begonnene Reise vorzeitig endet, etwa bei plötzlicher Erkrankung oder einem Schaden zu Hause.
Diese drei Bausteine lassen sich einzeln oder im Paket abschließen. Die Kombi-Tarife sind häufig günstiger als die Summe der Einzelabschlüsse.
Wann zusätzliche Bausteine sinnvoll sind
- Reisegepäck: Sinnvoll, wenn Sie hochwertige Ausrüstung mitführen (Kamera, Laptop, Sportgeräte) oder mehrfach umsteigen müssen. Gerade bei Flugreisen mit Umstieg geht statistisch ein nicht ganz kleiner Anteil des Gepäcks zumindest zeitweise verloren.
- Reiseunfall: Nur dann ein Thema, wenn keine ausreichende private Unfallversicherung besteht. Wer bereits weltweit über eine separate Police abgesichert ist, braucht den Baustein in der Regel nicht.
- Wintersport- oder Bergsport-Spezialschutz: Sobald Bergung und Hubschraubereinsatz Teil des realistischen Risikoprofils werden, sollten Sie einen entsprechenden Baustein aufnehmen, die gesetzliche Krankenkasse beteiligt sich an Bergungskosten nur sehr eingeschränkt.
Was Sie nicht brauchen
Einige Bausteine klingen verlockend, lohnen sich in der Praxis aber selten:
- Reiseschutzbriefe für Pannenhilfe in Europa, wenn Sie ohnehin eine Mitgliedschaft im ADAC oder einem vergleichbaren Club haben.
- Reisehaftpflicht ist nur ein Thema, wenn Ihre Privathaftpflicht eine Reisetätigkeit ausdrücklich ausschließt, das ist heute eher die Ausnahme.
- Selbstbeteiligungs-Reduktion bei Mietwagen wird oft besser direkt im Mietwagenangebot oder über eine eigenständige Mietwagen-Vollkaskoversicherung gelöst.
Eine pragmatische Empfehlung
Wer einmal jährlich eine Pauschalreise bucht, ist mit einem Kombi-Tarif aus Reiserücktritt, Reiseabbruch und Auslandskrankenschutz in den meisten Fällen ausreichend abgesichert. Vielreisende sollten den Jahrestarif rechnen, er amortisiert sich bei zwei Reisen pro Jahr regelmäßig. Familien sollten zusätzlich darauf achten, dass Kinder und Partner über einen Familientarif mitversichert sind, was meist günstiger ist als Einzelabschlüsse.
Bei Unsicherheit beraten wir Sie gerne und rechnen die passenden TravelSecure-Tarife der Würzburger Versicherungs AG unverbindlich für Sie durch.
